Mit Lignano verbinde ich die ersten Strandtage im Frühling, gemütliches Flanieren in der Fußgängerzone und ausgedehntes Pizza und Pasta Essen. Darum habe ich auch keine Sekunde gezögert, als mich eine Freundin fragte, gemeinsam mit ihr und mit ihrem 6 Monate alten Baby einige Tage Anfang Mai in Lignano zu verbringen. Zwei Mamas, die sich mit ihren Kindern an der Adria entspannen und mit etwas Glück leicht sonnengebräunt zurückkehren würden. So hatte ich mir das vorgestellt, aber ich hatte die Rechnung ohne Flo, einem Einjährigen, der gerade die Welt entdeckt, gemacht.

Die vierstündige Anreise von Salzburg nach Lignano bewältigten wir in 2 Etappen, mit einer längeren Pause dazwischen und so verlief die Fahrt im Großen und Ganzen ganz erträglich. Da wir während der Woche anreisten, war das Verkehrsaufkommen sehr gering und wir erreichten am späteren Nachmittag unser Ziel.
Die erste Mission war es, nun das Auto zu entladen und alles ins das Apartment zu räumen. In Salzburg hatte mein Freund das Auto gepackt und ich hatte nur Flo und eine Tasche als ich einstieg. Nun sah die Sache aber ganz anders aus, denn Flo wollte endlich aus dem Kindersitz und sich bewegen. Aber Flo jetzt einfach auf die Straße stellen und nebenbei den Kofferraum ausräumen, wollte irgendwie auch nicht klappen.

Im Appartment konnte ich ihn aber auch nicht einfach abstellen, da hier natürlich jede Lade oder Kastentür mindestens einmal geöffnet werden müsste, und selbst ich nicht wissen konnte, was sich dahinter befindet. Daher entschied ich mich dafür mit Flo auf dem Arm das Auto auszuräumen. Nachdem ich gefühlte 20 Mal hin und her gelaufen war, bemerkte ich auch die ersten kleinen Schweißperlen auf meiner Stirn. Aber soweit war alles geschafft und zumindest  war einmal alles in der Ferienwohnung. So richtig entspannt würde ich den Start in diesen Kurzurlaub nicht nennen.

Nun musste ich nur noch auspacken und alle notwendigen Dinge wie Flasche, Milchpulver, Babyphon, etc. griffbereit platzieren. Als erstes baute ich das Reisegitterbett auf, denn so verschaffte ich mir zu mindestens die Möglichkeit Flo kurzzeitig abzustellen und konnte mich in ein anderes Zimmer bewegen ohne Angst haben zu müssen, dass der Sohnemann gerade mit der Verteilersteckdose spielt. In Rekordzeit hatte ich alles ausgepackt und auf dem Bett, der Couch und dem Nachttisch verstaut, allerdings hatte ich nicht beachtet, dass die Dinge in dieser Höhe auch ohne weiteres von meinem geliebten Sohn erreicht und umverteilt werden können. In der Zwischenzeit hatte meine Freundin einen Kaffee zubereitet, denn ihr Baby, dass noch immer gemütlich im MaxiCosi saß, machte das Auspacken wesentlich einfacher. Im Wohnbereich befand sich auch die Küche und noch während ich mir die Milch in den Kaffee schüttete, ging Flo schon auf Entdeckungsreise. Noch gerade rechtzeitig konnte ich ihm die Parmesanreibe, die er in einer der Laden fand, aus der Hand nehmen. Schnell überprüfte ich die Küchenladen und stellte so einige Dinge einige Etagen höher, damit diese außer Reichweite waren. Hinter mir befand sich ein Gläserschrank, Fernbedienungen, Vasen und weitere Verteilersteckdosen. Meine Tasse Kaffee war mit einem Schluck geleert, denn es stand fest, wir müssen hier raus.

Lignano, ein Albtraum13 moonstone

Die nächste Mission bestand darin, alles für den Strand mitzunehmen, was wir eventuell brauchen könnten. Wir hatten im Vorfeld zwar gehofft, dass wir Anfang Mai schon im Bikini am Strand liegen würden, jedoch hatte es nur um die 17 Grad und es war etwas windig. Da es wechselhaft war, nahm ich mal gewandtechnisch alles mit was in Frage kam und packte auch unser ganzes Spielzeug ein. Als der Buggy mit drei Taschen und Flo beladen war, konnte es losgehen. Wir wohnten sehr nahe am Strand und waren hoch erfreut, dass die Sonne schien und wir genügend Platz hatten. 😉 Das war der erste Moment an diesem Tag, an dem ich halbwegs durchatmen konnte. Flo war hin und weg von der gigantischen Sandkiste und nachdem wir fast die einzigen Gäste waren, konnte er hier in alle Richtungen herumlaufen.

Die Zeit am Strand verging wie im Flug, es war bereits 19:30 Uhr und so beschlossen wir gleich direkt in eines der Restaurants in der Fußgängerzone Essen zu gehen. Von den Kellnern wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen und der Hochstuhl für Flo stand auch umgehend bereit. Die Italiener lieben ja Kinder. Hungrig von den Strapazen des Tages bestellte ich mir Spaghetti Vongole und einen Insalata Mista, sowie ein Pizzabrot für Flo, welches auch umgehend serviert wurde. Blöd nur, dass mein Sohnemann nach einigen wenigen Bissen bereits satt war und von der Aussicht aus dem Hochstuhl nichts hielt.

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Er will sich die Dinge ja schließlich genau ansehen, wenn nicht sogar angreifen oder um sich werfen. Ich hatte keine Chance ihn anderweitig zu bespassen, denn er wollte raus aus diesem Hochstuhl. Als er dann erst einmal auf dem Boden war, war das Essen gelaufen. Als meine Vongole serviert wurden, war ich damit beschäftigt, zu verhindern, dass schmutzige Aschenbecher umgeräumt wurden. Weiters spannend waren die Gedecke auf den benachbarten Tischen und ich musste darauf achten, dass nicht an jedem Tischtuch gezogen und es in den Mund genommen wurde. Kaum hatte ich Flo wieder an unseren Tisch zurückgetragen, flitzte er schon wieder los. Meine Freundin und ihr Baby aßen so gut wie alleine und ich konnte nur schnell zwischendurch ein paar Bissen hinterwürgen. Als die Rechnung kam, war ich mit Flo schon in der Fußgängerzone unterwegs, denn länger ging es im Restaurant nun wirklich nicht mehr. Obwohl es mittlerweile kurz vor neun Uhr war, zeigte mein Sohnemann keine Anzeichen von Müdigkeit und meine Hoffnung er würde vielleicht so ganz einfach von selber im Buggy einschlafen zerschlug sich.

Wieder zurück im Appartement konnte ich dann in dem Chaos, welches ich am Nachmittag in der Eile hinterlassen hatte, natürlich nichts finden. Daher dauerte es bis Flo umgezogen, die Flascherlstation hergerichtet, das Babyphon eingeschaltet und auch mein Bett überzogen war. Nebenbei hatte ich die Wahl zwischen einem brüllenden Kind im Reisegitterbett oder einem kleinen Entdecker, der alles, was nicht niet und nagelfest war, umgestaltet. Als Flo endlich schlief und ich mich ins Wohnzimmer begab, musste ich feststellen, dass ich mir diesen „Mama-Kinder-Kurzurlaub“ in Lignano etwas anders vorgestellt hatte. Vor allem war mir nicht klar, was es bedeutet ganz alleine mit einem Kleinkind unterwegs zu sein. Gerne hätte ich noch mit meiner Freundin die halbe Nacht geplaudert, aber ich war einfach streichfähig und wollte nur ins Bett. Von dort aus schickte ich meinem Freund noch einen Nachricht und realisiert wieviele Handgriffe er übernimmt, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.

Flo hatte diese Nacht durchgeschlafen, denn vom vielen Entdecken und Herumrennen muss ja auch schließlich er müde sein, jedoch war er um um 7:30 Uhr putz munter und somit ich auch.

Wie es mit dem, in in meinen Wunschvorstellungen ganz entspannten Urlaub weiterging, erzählen ich euch nächste Woche…

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