Gleich vorweg: Nein, ich habe das Projekt „Wandern mit Flo“ nicht aufgegeben! Bei unseren Wanderausflügen in den vergangenen Wochen musste ich aber im absolutem Erschöpfungszustand (einstündiger Transport meines 20 kg Kindes)  feststellen, dass dieses Projekt nicht ganz so läuft wie ich mir das vorgestellt habe 😉
Ganz ehrlich: Wandern mit einem 3- jährigen verlangt einem schon einiges ab! Wer hätte sich wohl gedacht, dass Flo nicht gerne auf einem Schotterweg eine Stunde lang gerne zu einer Alm wandert. Vermutlich jeder, außer mir! Trotz optimaler Vorbereitung meinerseits (siehe Blogpost: Die naive Wander Mutter), hat es Flo vorgezogen die Strecke in der Rückentrage zu verbringen, als selber zu gehen. Daaaah! Wer hätte das gedacht!
Ich liebe die Berge. Sowohl im Sommer als auch im Winter. Darum ist es für mich selbstverständlich meinen Sohn auch an dieser Passion teil haben zu lassen. Allerdings haben wir beide unterschiedliche Vorstellungen, wie eine schöne Wanderung verlaufen sollte 😉

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Ich möchte euch nun an Hand eines Beispiels in der Salzburger Sportwelt meine „Learnings“ der letzten Wochen schildern.
Ausflugsziel: Almsee, unterhalb der Bischofsmütze in Filzmoos
1. Die Erwartung an mich selber „herunter- schrauben“
Katrin vor ein paar Wochen: die Maut für die Forststraße spar ich mir! In 2 Stunden hab ich das mit Flo leicht geschafft. Ich locke ihn einfach mit spannenden Aufgaben wie: „Ui, ich glaub da vorne hab ich einen Hasen gesehen!“ oder „Wer ist als erster bei der Brücke?“ Nach oben. Null Problemo!
Katrin am Wochenende: Oh, die Maut ist gar nicht so teuer und wir können direkt beim Ausgangspunkt parken. Flo ist begeistert vom Fahrtwind, der durch das offene Fenster dringt und geniesst die Fahrt durch die Landschaft. Ich sitze völlig entspannt am Rücksitz und bin noch gar nicht ins schwitzen gekommen. Eigentlich auch okay!
2. Eine realistische Distanz wählen
Katrin vor ein paar Wochen: (1 Stunde Schotterweg bergauf) nach meinem Briefing schafft Flo alles! Also ich kann mir gar nicht vorstellen, wieso das nicht klappen sollte! Schließlich gibt es hier sooooo viel zu entdecken!
Katrin am Wochenende: (10 Minuten vom Parkplatz zum See) „Schau da vorne kannst du beim Wasser plantschen“ und zur Not trage ich dich für 10 Minuten (und nicht eine Stunde). Ja, eigentlich auch viel entspannter für mich!
3. Wander- Buddies
Katrin vor ein paar Wochen: „Ich liebe diese Ruhe beim Wandern! Keine Leute! Nur wir, Kühe und Heuschrecken!
Katrin am Wochenende: Wow! Gemeinsam mit anderen Kindern läuft das viel besser! Flo läuft den älteren Kindern hinterher und achtet gar nicht mehr auf die Anstrengung! Idealo!
4. Just in case
Katrin vor ein paar Wochen: zur Sicherheit nehme ich die Rückentrage mit. Falls Flo nicht mehr gehen mag, kann er sich hineinsetzen. Resultat: ich habe Flo von Anfang bis Ende der Wanderung getragen 😉
Katrin am Wochenende: ich packe ein Tragetuch ganz unten in den Rucksack ein. So, dass es Flo gar nicht sieht. Sollte es wirklich gar nicht mehr gehen, kann ich ihn für kurze Zeit tragen. Nur, falls ich mich mal nicht an Punkt 2 halten.
5. Enjoy
Katrin vor ein paar Wochen: eine Alm muss man sich verdienen! Nur dann schmeckt es so richtig!
Katrin am Wochenende: nach dem Ausflug zum See sind wir mit dem Auto zur Alm gefahren. Gut gelaunt kamen wir alle dort an und das Essen hat uns, Überraschung, genau so gut geschmeckt 😉
Ja, ich gebe einfach zu, dass ich bei den letzten Ausflügen einiges dazu gelernt habe. Damit ich Flo meine Begeisterung für die Berge weitergeben kann, ist das Wichtigste, dass wir BEIDE Spaß an der Sache haben. Nur so kann es klappen, dass wir auch in Zukunft gerne in die Berge fahren um dort etwas zu unternehmen. Ich habe erkannt, dass man sich nicht immer alles hart erkämpfen muss, sondern manchmal auch den einfacheren Weg gehen oder mit dem Auto fahren kann. Letztendlich zählt die gemeinsam verbrachte Zeit und was man daraus macht. Wenn mir das gelingt, dann steht hoffentlich den vielen langen oder kurzen Wanderungen in Zukunft nichts mehr im Wege.
Der Almsee in Filzmoos ist übrigens ein perfektes Ausflugsziel für Familien. Mit dem Auto ist man schnell dort, ein kurzer Weg führt direkt zum See und von dort aus kann man das traumhafte Panorama auf die Bischofsmütze bestens genießen. Ein kleiner Bach, sowie der Almsee bieten tolle Spielmöglichkeiten an einem heißen Sommertag. Auf einem schattigen Bankerl im angrenzenden Wald kann man in aller Ruhe die Jause verspeisen. Um dann doch noch etwas Abenteuerluft zu schnuppern, kann man mit dem Auto über einen Schotterweg zur Unterhof Alm fahren. Staubwolken und Dreck inklusive 😉 Flo hat es gefallen!
Tipp: zum Mittagessen unbedingt die „Fleischkrapfen“ bestellen! Eine typische Speise der Region, die sensationell schmeckt. Für alle die lieber etwas Süßes wollen, kann ich die „Pofesen“ empfehlen!
Ich wünsche euch einen entspannten und erholsamen Wandersommer für alle Beteiligten!
Mehr Tipps zur Salzburger Sportwelt findet ihr im Beitrag: „Stadtflucht: Ab in die Berge
Vielen Dank bloghütte.at für die Einladung und die entspannten Wanderungen!

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