Für alle Linzer gibt es eigentlich nur ein Ski- Mekka, das ist Kirchschlag. Der idyllische Skiort liegt auf 896 m Seehöhe und bietet, wenn in Linz der Schnee schon lange wieder weg ist, alles was man sich von einem Wintersport- Paradies erwartet. Es läßt sich direkt von einer Skischaukel sprechen, für die eine Liftkarte nicht reicht. Die drei Schlepplifte sind zwar über Pisten und Varianten durch den Wald miteinander verbunden, allerdings benötigt man unterschiedliche Tickets, die mit einem Gummiringerl am Oberarm befestigt werden, welche dann von der jeweiligen Liftgesellschaft „gezwickt“ werden. 😉

Kirchschlag ist eine tolle Option, wenn man der „Nöwi- Suppn“ der Stadt entfliehen will, da es hier zumeist sonnig ist und der Schnee, auf Grund der hohen Lage länger liegt. Mit dem Auto beträgt die Anreise über den Haselgraben ca. 25 Minuten und im Ortsgebiet gibt es einige Parkmöglichkeiten. Ich war während der Woche und konnte so fast direkt an der Piste parken. An sonnigen Wochenenden muss man eventuell einen kleinen Spaziergang vom Parkplatz der Volksschule oder einer Seitengasse bis zur Piste einplanen. Es fällt nicht schwer sich einen Überblick über das Skigebiet zu verschaffen, denn im wesentlich dreht sich alles um die drei Schlepplifte. Im oberen Bereich der Pisten befinden sich gleich mehrere „Kinderländer„, allerdings dürfen diese nur von der jeweiligen Skischule benutzt werden. Kommt man privat, also ohne, dass man ein Kind im Skikurs hat, kann man keinen der „Stangengärten“ oder eine Wellenbahn benutzen. Auch eine kleine Eigenheit von Kirchschlag, denn es gibt verhältnismäßig viele Skischulen.
Ich habe während meines Studiums selber viele Jahre als Kinderskilehrerin in Kirchschlag gearbeitet, daher bin ich mit diesem Gebiet eigentlich sehr vertraut. Allerdings hat sich seitdem einiges verändert und so standen Flo und ich auf dem Hang der Skischule „Kinderleicht“. Auf diesem Hang befindet sich auch eine kleine, moderne Hütte mit einer Sonnenterasse, die sich perfekt dazu eignet eine kleine Pause einzulegen und das rege Treiben der Skischule zu beobachten. Doch bevor es an die Mittagspause ging, begab ich mich mit Flo auf die Piste.

Nun folgt ein kleiner Exkurs für alle, die sich fragen, ob es denn wirklich notwendig ist, mit einem noch nicht einmal 2- jährigen skifahren zu gehen: Nein, es muss nicht sein!!! Aber es ist eine lustige Abwechslung sich im Schnee zu bewegen. Ich besuche zur Zeit an der Bundessport Akademie Linz den Kurs zum staatlich geprüften Instruktor: „Elementare Motorikförderung- Optimales Nachwuchstraining“ und beschäftige mich sehr intensiv mit der motorischen Entwicklung von Kindern und vor allem von Kleinkindern. Es ist mittlerweile leider nichts Neues mehr, dass man in der Zeitung liest, dass Kinder übergewichtig sind, motorische Defizite aufweisen und nur noch vor dem Handy hängen. Durch Bewegung und Freude am Sport kann man dem entgegenwirken. Ja, genau deswegen gehe ich mit Flo jetzt schon skifahren, eislaufen, rodeln oder wir turnen am Spielplatz herum. Die Basis für eine motorische Grundausbildung wird jetzt gelegt und ich möchte meinen Sohnemann so gut es geht dabei unterstützen.

Kurz zusammengefasst ein paar der wichtigsten Kernaussagen der Ausbildung in diesem Zusammenhang:
– Bewegungsmöglichkeiten bieten
– Variationen anbieten
– Kindern etwas zutrauen
– Sich Herausforderungen stellen
– Raum zum Ausprobieren geben
– Bewegungserfahrungen sammeln
– Spaß haben

Genau das versuche ich immer wieder zu ermöglichen. Manche möchten vielleicht glauben, dass ich eine mega übermotivierte Mama bin, die es mit ihrem Förderzwang übertreibt. Man möchte meinen, ich kann es schon garnicht mehr erwarten, dass Flo mit 3 Jahren endlich in den Leistungssport eintreten kann.

Dank meiner sehr sportlichen Eltern ist es für mich selbstverständlich, dass man an einem sonnigen Tag hinaus geht und im Schnee spielt. Dank meiner Eltern, hatte ich immer die Möglichkeit die unterschiedlichsten Sportarten zu probieren und nur so bin ich der Wintersportler geworden, der ich heute bin. Diese Freude am Skifahren und Snowboarden möchte ich an Flo weitergeben… darum zeige ich ihm heute schon Kirchschlag. Exkurs Ende!

Skifahren war das mit Flo ohnehin nicht, denn es ging in erster Linie einfach einmal um das Kennenlernen von Skiern. Ich hatte mir vorgestellt, dass wir gemütlich im Flachen herumgehen würden, allerdings sah der Sohnemann andere Kinder mit dem Lift fahren und bestand darauf, selbiges zu tun. Nun nahm ich Flo zwischen die Beine und ab ging die Fahrt. Schon, zur der Hälfte der Abfahrt hatte ich Angst um meinen Rücken. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch keine Ahnung, was eine Fahrt mit einem ur- alten Schlepplift bedeuten für mein „Kreuz“ bedeuten würde. Oben angekommen, hatte Flo soviel Spaß bei der Liftfahrt, dass eine erneute Fahrt unausweichlich war. „Bandscheibenvorfall Hallo!“, auf ging es in die zweite Runde.

Neben der Piste gibt es übrigens auch einen Rodel- Hang, den wir dann auch noch aufgesucht haben. Sollte man sowohl vom Skifahren und Rodeln genug haben, so kann man sich nun gemütlich auf die Sonnenterasse begeben und den Tag bei Würstel und Skiwasser ausklingen lassen. Das haben wir dann auch getan und bei dem Gedanken daran, dass Linz noch immer unter der Nebeldecke liegt, hat es mir gleich noch viel besser gefallen 😉
Zum Wickeln und Stillen muss man direkt an der Piste sicherlich kreativ sein, wobei die meisten Gasthöfe in Kirchschlag über die nötigen Einrichtungen verfügen. Kirchschlag ist immer einen Ausflug wert, da es wirklich schnell geht und man meistens mit Sonnenstrahlen belohnt wird!

Skifahren mit einem fast 2- Jährigen

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