Ich hatte vor kurzem einen Eislauftrainer getroffen und der meinte zur kindlichen motorischen Entwicklung: „Sobald sie gehen können, können sie auch Eislaufen.“ Das ist ja mal eine Ansage und so habe ich mir gedacht, das könnte einfach ein Spaß und eine nette Abwechslung werden. So machten wir uns an einem sonnigen November Nachmittag zum Eislaufplatz beim Parkbad auf. Von dem selben Trainer hatte ich mir auch gleich noch ein paar Tipps geholt, wie man am besten mit kleinen Kindern das Eislaufen beginnt.

Schon den ganzen Tag sprach ich vom Eislaufen und hatte versucht, Flo so gut es eben geht, zu erklären worum es sich bei dieser Sportart handelt. „Lustiges Rutschen“, „Spaß“, „Ausprobieren“, „Eis“ waren so die gängigsten Schlagwörter. Als wir bei der Kasse im Parkbad ankamen, waren wir beide voller Vorfreude und blickten einem interessanten Nachmittag entgegen. Ich bezahlte den Eintritt von 3,50€ und schon ging es weiter zum Schuhverleih. Die kleinste Größe der Schlittschuhe ist Nr. 24 und als ich ein Paar für Flo hatte, begannen wir mit der Adjustierung. Flo steckte ich in seinen Winter- Overall, er bekam seine ganz neuen, wasserfesten Handschuhe, die wir am Vortag extra fürs Eislaufen gekauft hatten, angezogen und zur Krönung schnürte ich die beiden Schlittschuhe zu. Ich war danach Schweiß gebadet und saß nun in meinem T-Shirt vor Flo und versuchte ihm noch einmal zu erklären, was wir hier eigentlich machen.
Wir gingen zur Eisfläche im Freien, die gerade noch von einem „lustigen Auto“, welches Flo sehr gefiel, gereinigt wurde. Neben uns wartete nur noch ein Pensionist auf die Freigabe der Eisfläche, ansonsten waren weit und breit keine anderen Eisläufer zu sehen.
Flo hatte in der Zwischenzeit schon die ersten Gehversuche mit den Schlittschuhen gemacht und war total bereit fürs Eis. Gerade als wir beide die Eisfläche betreten wollten, kam ein „Eismeister“ (ja, so nennt man die Hallenwarte in Eishallen) auf mich zu und sagte: „Du darfst nicht aufs Eis! Ohne Schlittschuhe darfst du nicht aufs Eis.“ Ich deutete auf Flo, der sehr wohl Schlittschuhe trug und erklärte dem Eismeister, dass das unser erster Versuch des Eislaufens sei. Mein Sohn und ich würden das Ganze gerne ausprobieren und sind damit vermutlich ohnehin in einer Viertelstunde fertig. Ich müsste Flo stützen oder schieben und ihm die Hände auf seiner Höhe reichen können.
„Man darf nur mit Schlittschuhen aufs Eis!“ Ich kann zwar Eislaufen, allerdings ist es mir zu riskant Flo z.B zu tragen oder aufzuheben, wenn ich Schlittschuhe anhabe. In den vergangenen Jahren war ich nur sehr selten eislaufen und daher fehlt mir das Eigenkönnen um gemeinsam mit meinem 21 Monate alten Sohn sicher aufs Eis zu gehen. Darum sind aus meiner Sicht Turnschuhe die vernünftigere Wahl. Und ja, ich traue es mir zu, mich mit Turnschuhen auf einer Eisfläche zu bewegen ohne dabei zu stürzen. All diese Argumente beeindruckten mein Gegenüber nicht und er erklärte mir erneut, dass ich nur mit Schlittschuhen auf das Eis darf.
Kurzfristig beugte ich mich dieser Ansage, borgte für mich selber Schlittschuhe aus und betrat mit Flo am Arm das Eis. Dem war das in der Zwischenzeit auch nicht mehr alles geheuer und seine anfängliche Vorfreude aufs Eislaufen schlug in Skepsis um. Schon beim zweiten Schritt musste ich, große Überraschung, feststellen, dass ich der Situation nicht gewachsen war und unmöglich mit Flo an der Hand eislaufen würde können. Ich wechselte zurück in die Turnschuhe, traute mich damit aber nicht auf die Eisfläche, da ich vom Eismeister genau beobachtet wurde. Die Freude an diesem Nachmittag und an unserem Projekt ist mir leider völlig vergangen und auch Flo hatte, glaube ich genug. Wir brachten unsere Schlittschuhe, die wir für 7,50€ ausgeborgt hatten zurück und begaben uns auf den Heimweg.
Ich habe mich fürchterlich geärgert, denn ich hatte mir diesen Nachmittag ganz anders vorgestellt. Wie man auf den Fotos sehen kann, war so gut wie gar nichts los. Flo und ich hätten vielleicht 4 qm der Eisfläche beansprucht um unsere ersten Eislaufschritte zu wagen und dieses neue Element kennenzulernen. Ich verstehe schon, dass nicht grundsätzlich jeder mit Turnschuhen auf die Eisfläche darf. Aber eine individuelle Einschätzung der Situation, Flexibilität und Unterstützung bei der motorischen Förderung von vielleicht zukünftigen Eishockeyspielern, hätte ich erwartet.
Liebe Linz AG,
ich habe das Projekt „Eislaufen“ für meinen Sohn noch nicht aufgegeben. Ich frage mich nur, wie ich das umsetzen kann? Welche Lösungsmöglichkeiten können Sie mir und anderen Eltern anbieten, die gerne mit ihren kleinen Kindern eislaufen möchten? Wenn Sie jetzt sagen, ich soll daran arbeiten mein Eigenkönnen zu verbessern, dann ist das schwierig, denn ich habe ja immer meinen Sohn, der noch nicht eislaufen kann, dabei 😉 Die Kurse, die angeboten werden sind erst für Kinder ab 3 Jahren und laut Eislauftrainer gilt: „Sobald sie gehen können, können sie auch eislaufen.
Ich freue mich auf Ihre Vorschläge,
Liebe Grüße,
Katrin& Flo
P.s: ich habe diese Nachricht bereits am 23.11.17 an die Linz AG geschickt, allerdings habe ich bis heute keine Antwort auf mein E-mail bekommen.
  • Kinderwagen- freundlich
  • Trinkwasser
  • Toiletten/ Wickeltisch
  • familienfreundlich
  • Flexibilität
  • Soziale Kompetenz

You Might Also Like

Leave a Reply