Dauer: ca. 1,5 h

Höhenmeter: -66 Hm (es geht leicht bergab!)

Länge: 4,4 km

Schwierigkeitsgrad: mittel, erfordert Trittsicherheit

Schatten: teilweise

Einkehrmöglichkeit: ja

Heute kommen wir schon zu unserer letzten Wanderung im Grödnertal, die aber immer in meiner Erinnerung bleiben wird. Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, hat uns das schöne Wetter etwas im Stich gelassen und wir wachten auch an diesem Tag mit Regen und Nebel auf. Silvio, unser Wanderguide aus dem Hotel Posta bot uns aber an, trotzdem eine Wanderung auf dem Ciampinoi zu unternehmen und das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Außerdem hegte ich die naive Hoffnung, dass es vielleicht „aufreissen“  und wir doch noch etwas von der Südtiroler Sonne abbekommen könnten. Meine Träume wurden schnell zerschlagen, denn als wir aus der Gondel ausstiegen, kamen uns bereits die ersten Schneeflocken entgegen. Durchwegs ein Erlebnis, aber gegen eine schöne Herbstwanderung mit Sonnenschein hätte ich auch nichts gehabt. Um überhaupt dort hin zu gelangen sind wir mit dem Auto von St. Christina nach Wolkenstein gefahren (keine 10 Minuten) und haben dort die Gondel auf den Ciampinoi genommen. Für den Parkplatz mussten wir nichts bezahlen und bei der Liftstation kauften wir uns nur eine Bergfahrt um 13,00€. Der ursprüngliche Plan war, dass wir bis ins Tal zurück wandern, aber das wurde nichts. Dazu komme ich aber noch.

Von der Bergstation auf 2254m gingen wir nun los, Flo gut eingepackt in der Rückentrage. Wir machten uns auf den Weg zur Hütte „Emilio Comici“ auf 2153m, zu der ein breiter Wanderweg führte. Am Beginn der Wanderung passierten wir auch den Start der Herrenabfahrt, allerdings konnte ich an diesem Tag nicht all zu viel davon erkennen. Nach ca. 40 min erreichten wir die Hütte, die wohl die abgefahrenste Toilette in den ganzen Dolomiten hat. Hochmodern und alles ist beleuchtet, einen Wickeltisch gibt es außerdem. So etwas hätte ich auf über 2000 m nicht unbedingt erwartet.
Nach einer kurzen Pause ging es über die steinerne Stadt weiter zum Sella Pass. Leider konnten wir keine Wetterbesserung verzeichnen, im Gegenteil, der Schneefall wurde immer mehr. Flo war zwar gut angezogen, aber so richtig für Schneefall waren wir jetzt auch noch nicht gerüstet. Der Weg zum Sella Pass führte entlang des Sassolungo Massivs und gelegentlich konnte ich einen Blick erhaschen. Ich bin überzeugt, dass der Anblick bei Sonnenschein der Wahnsinn gewesen wäre. Der letzte Abschnitt kurz vor dem Sella Pass führt durch die steinerne Stadt, bei der man tolle Felsformationen durchqueren muss. Mit Flo in der Rückentrage war das gar nicht so ohne, da es durch den Schneefall ganz schön rutschig war. Dank der Hilfe von Silvio sind wir aber ohne Probleme ans Ziel gekommen und sind dort in die Hütte eingekehrt. Eigentlich wollten wir nun weiter zu Fuß ins Tal, aber da es immer noch schneite, wir nicht wirklich gut für dieses Wetter gerüstet waren und am selben Tag noch zurück nach Linz fahren mussten, beschloss ich uns ein Taxi zu bestellen. Um 35,00€ brachte uns der Kleinbus zurück nach Wolkenstein, wo wir unser Auto geparkt hatten. Noch weitere zwei Stunden bei Schnee und Wind zu wandern erschien mir an diesem Tag nicht für sinnvoll. Trotzdem war es eine eindrucksvolle Wanderung und ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass Flo und ich schon im September im Schnee unterwegs sind.
Wir hatten ein paar ganz tolle Tage in Südtirol und möchten uns beim Hotel Posta sowie beim Tourismusverband Südtirol ganz herzlich bedanken. Das Grödnertal ist ein wunderschöne Wandergegend und gerade für Familien sehr gut geeignet. Die drei Wanderungen, die ich mit Flo gemacht habe, zeigen so glaube ich ganz gut, dass hier für jeden etwas dabei ist und man immer mehrere Möglichkeiten hat. Gegen schlechtes Wetter kann man nichts machen, aber das kann nur bedeuten, dass wir noch einmal kommen müssen und dann hoffentlich Glück haben. Die richtige Winterausrüstung werden wir außerdem auch mitnehmen 😉

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